Der törichte Dharma eines Dummkopfs, gekleidet in
Schlamm und Federn.

von Düdjom Lingpa

Aus dem Tibetischen ins Englische übersetzt von B. Alan Wallace


"In diesem allergleichen Moment erwachte ich aus dem dichten Schlummer des Geistes in das Buddhafeld von Akaniṣṭha, den absoluten Raum der Phänomene, frei von Extremen."

"Mein eigenes reines Bewusstsein entstand als Dharmakāya-Lehrer, der große, unveränderliche, allgegenwärtige Herrscher; die kreative Kraft des sich selbst hervorbringenden ursprünglichen Bewusstseins zeigte sich als Darstellung unzähliger Disziplinen. Und mein eigenes inneres Leuchten erschien als das weite Ausmaß der spontanen großen Vollkommenheit. Wie erstaunlich!"

Denjenigen, deren Geist völlig dem einen Pfad gewidmet ist, der von allen Siegern gegangen wird, die wissen, dass sie an einer Weggabelung angekommen sind, aber sehen aufgrund ihrer Blindheit gegenüber der Sicht nicht sicher, wohin sie gehen sollen. Ich vermute, dies ist ein wenig das, was ich, ein alter Mann, der den Weg kennt, ihnen sagen werde.

Einige brillante Gelehrte herabwürdigen den Dharma und Menschen um mit Geschick und Hohn den Dharma aufzugeben und Wurzelfehler zu begehen. Mit der vollen Reife dieses Karma werden sie in die Tiefen des Ozeans des saṃsāra getragen. In den Augen solcher Experten, die die Lehren der Sieger nicht verstanden haben, gibt es nichts gutes, worüber man über die Lehren mit anderen sprechen müsste.

Wenn ich in den Augen anderer, die das Augenmass der Weisheit und des richtigen Verhaltens besitze, Irrtümer begehe, bekenne ich mich und offenbare alle Verstösse gegen das Verhalten, Verfehlungen und Fallstricke, die ich in all meinen Lebenszeiten begangen habe. Mögen sie gereinigt und geklärt werden, und möge mir in diesem Leben die höchsten Siddhi gewährt werden!

Während ich an den Füssen erhabener menschlicher Lehrer und spiritueller Mentoren sass und den Nektar ihrer Lehren trank, bin ich noch keine Autorität geworden. Darum habe ich Narr gelegentlich dumme Meditationen durchgeführt, die ich selbst fabriziert habe. Basierend auf illusorischen Visionen in Träumen, in denen mir andere Hinweise und Anweisungen gegeben haben, habe ich Nachforschungen angestellt und versucht, die Praxis sehr ehrgeizig zu üben. Da ich jedoch noch keinen Guru getroffen habe, der mich auf dem Pfad führt, entwickelte ich ein wachsendes Gefühl einer hohen Selbstsucht.


Düdjom Lingpa. Der törichte Dharma eines Idioten, gekleidet in Schlamm und Federn. Rmongs pa’i blun chos ’dag gos bya spu can. In Bd. 16
der Gesammelten Werke der Emanierten Großen Schätze, das Geheime, Tiefe

Schätze von Düdjom Lingpa (Phuentsoling, Bhutan: Lama Kuenzang Wangdue, 2004).

Jeden Tag erleben wir 21.000 Atemzüge, und die mit dem Atem fließenden Lebensenergien stehen in engem Zusammenhang mit dem Entstehen
von Gedanken. Jedem einzelnen dieser 21.000 Energie-Geister nachzujagen, als würde man einen Jagdhund auf einen Fuchs hetzen, und dann
Gegenmittel anzuwenden, um jeden einzelnen zu vertreiben, ist absurd, wenn man stattdessen im Raum von

Tib. o rgyan rdo rje gro lod. Dorjé Drolö ist eine der acht archetypischen Manifestationen von Padmasambhava. Was die wörtliche Bedeutung
des Namens betrifft: Wenn gro eine Abkürzung von gro khog ist, was Bauch bedeutet, und lod eine Variante von glod, was „locker“ bedeutet,
könnte dieser Name übersetzt werden als

Der tibetische Kalender hat nur 360 Tage im Jahr.

Tib. sa ku tsi pa bdud ’joms rdo rje khro lod rtsal.

Dieses Kolophon stammt von Düdjom Rinpoché, der diesen Text redigiert hat.


Stolz und Arroganz. Das ist meine Erfahrung, und ich habe sie selbstgefällig als Erkenntnis angenommen und habe Vertrauen darin. Da ich definitiv nicht einmal die geringsten hervorragenden Qualitäten eines unfehlbaren ursprünglichen Bewusstseins aus einer authentischen Sicht und Meditation besitze, habe ich mich so verhalten wie in dem bekannten Sprichwort: „Während das Murmeltier zu meditieren scheint, hält es in wirklichkeit nur Winterschlaf.“ Ich bekenne offen meine eigenen Fehler, ohne etwas zu verbergen, also schaut bitte mit Mitgefühl auf mich! Wenn ich jedoch das Opfer meines Herzensblutes darbringe, ohne die Lehren meiner erhabenen Gurus zu verletzen, was bleibt mir dann anderes übrig, als das zu sagen?

Meiner Meinung nach, wenn du dein eigenes Maul nicht dem Haken und Seil des Egoismus unterwirfst, sondern vielmehr auf deine eigene Befreiung schaust, indem du daran denkst, für alle zukünftigen Leben eine Ernte ohne Täuschung einzufahren, dann wird es, wenn du in dieser gegenwärtigen, kostbaren menschlichen Wiedergeburt mit ihrer Musse und Gelegenheit nichts Sinnvolles tust, schwierig sein, eine solche Gelegenheit in Zukunft wiederholt zu erlangen. Diese Gelegenheit – das Zusammentreffen von Umständen und das Finden von Freiheit – ist nicht mehr als ein kurzer Moment. Wenn du sie also sinnlos verschwendest, was wirst du tun, wenn du diese Freiheit verlierst? Denke sorgfältig darüber nach und erkenne deine eigene Situation!
Das ist der erste Punkt.

In dieser Gelegenheit, in der du so viele Möglichkeiten in Bezug auf deinen Körper, deine Umgebung, Freunde, spirituelle Mentoren, Zeit und praktische Anweisungen hast, darfst du das Handeln nicht auf morgen oder übermorgen verschieben, erwecke ein Gefühl der Dringlichkeit, als ob ein Funke auf deinen Körper gefallen wäre oder ein Sandkorn in dein Auge. Wenn du dich noch nicht rasch der Praxis gewidmet hast, betrachte die Geburten und Tode anderer Wesen und denke immer wieder über die Unvorhersehbarkeit deiner Lebensspanne und den Zeitpunkt deines Todes sowie über die Unsicherheit deiner eigenen Situation nach. Meditiere darüber, bis du es endgültig mit deinem Geist integriert hast. Das ist der zweite Punkt.

Jetzt, auf der trügerischen, weiten, illusorischen Ebene der Emanationen und Verwandlungen, reiten rücksichtslose Verrückte das blinde, wilde Ross der spirituellen Trägheit, und da die Zügel zur Kontrolle fehlen, peitschen sie es immer wieder mit der Rute der Nachlässigkeit. So, obwohl es eine Zeit gab, in der sie eine beständige Ernte für all ihre Leben hätten säen können, werden sie von diesem Leben an unaufhörlich
an den scharfen Speichen des Lebensrades von saṃsāra und den elenden Daseinszuständen zerfetz werden. Heftige karmische Energien binden sie, es gibt keinen Ausweg, und sie werden von einem Leben ins nächste geworfen. Wenn jene Zeit kommt (für dich), wirst du keine Freiheit haben. Anstatt dich zu fragen, ob jemand dich schützen kann, wenn du in solch einem großes Feuerloch des Leidens ankommst, verzichte auf menschliche Vorspiegelungen und Absichten für die Angelegbenheiten dieses Lebens. Dies ist der dritte Punkt.

Diese (drei Punkte) sind das Feld des erhabenen Dharma, die Aufforderung zur Befreiung, und der einzige Führer, Beschützer und spirituelle Mentoren, der dich von den falschen Pfaden abhalten könnte, die dich in den Kerker des Leidens des saṃsāra und der elenden Daseinszustände hinabsteigen lassen. Der Aufbruchgeist und spiritueller Eifer derjenigen, denen diese drei Punkte fehlen, sind wie Morgentau im Sommer.

He!
Individuen, die mit Karma und Glück gesegnet sind, haben dank der Versammlung und rechtzeitigen Reife eines kausalen Netzes von zufälligen Verbindungen von Karma und Gebeten ein Leben der Einsicht und guten Gelegenheiten erlangt.

Die Früchte dessen, was zuvor gesät wurde, werden gerade jetzt verbraucht, aber welche Freuden und Leiden die Zukunft bereithält, hängt von dir ab.

Das Erscheinungsbild dieses Lebens, einschließlich deiner Umgebung, und Freunde sind wie der Traum von letzter Nacht, und dieses Leben vergeht schneller als ein Blitz am Himmel. Dieses sinnlose Werk hat kein Ende.

Was für ein Witz, sich vorzubereiten, für immer zu leben! Wo auch immer du in den Höhen oder Tiefen des saṃsāra geboren wirst, die große Leidensspirale wird dich festhalten.

Befreiung für dich selbst zu erlangen ist so selten wie ein Stern am Tag, also wie ist es möglich zu praktizieren und Befreiung zu erlangen?

Die Wurzel aller Geistesübungen und praktischen Anleitungen liegt im Erkennen der Natur der Existenz. Es gibt keinen anderen Weg.

Ich, ein alter Vagabund, habe meinen Bettelbeutel geschüttelt, und so ist dies herausgekommen:

Nachdem du diese Lehren als Fundament festgelegt hast, schenke deinem Guru mit beständiger Hingabe Bitten. Nach aussen stelle dir deinen Guru auf der Krone deines Kopfes vor. Nach innen visualisiere deinen eigenen Körper als den Guru. Immer wieder übertrage versteckt deine eigenen vitalen Energien, Geist und Bewusstheit und verschmelze sie nondual mit dem konzeptionlosen ursprünglichen Bewusstsein des Geistes deines Gurus. Dies ist der erste Punkt.

Mit Hingabe und Zuneigung stelle dir deine Gefährten als Wesen von Vīras und Ḍākinīs vor und sieh die feinen Qualitäten deines Gurus und Dharma-Geschwister, anstatt auf ihre Fehler zu schauen. Dies ist der zweite Punkt.

In diesem grenzenlosen Samsāra-Reich, unter allen fühlenden Wesen, die von unerträglichem Leid gequält und gebunden sind, gibt es nicht einmal eines, das nicht dein Vater oder deine Mutter war. In früheren Zeiten, wie dein jetziger Vater und deine Mutter, sorgten sie mit Nahrung und bequemer Kleidung für dich und kamen dir in unzähligen Weisen zugute. Nachdem sie dich vor unermesslichen Ängsten und Miseren geschützt haben, waren sie alle außerordentlich freundlich. Was sie alle wünschen, ist Glück, aber in Bezug auf ihr Verhalten verursachen diese armen Narren die Störquellen und säen die Samen des Leidens. Indem du für jeden Mitgefühl empfindest, denke ständig darüber nach, bis dir dein Herzensgefühl  Tränen in deine Augen treibt und dein Geistesfluss sich beruhigt. Darüber hinaus fasse den Vorsatz: „Ich werde sie in den Zustand der allwissenden, unübertroffenen, authentischen, perfekten Erleuchtung führen“, und wende dich der Praxis des erhabenen, tiefen Dharma zu. Welches Dharma auch immer du vollbringst, widme es allen fühlenden Wesen, ohne Bevorzugung gegenüber den Nahen und den Weiten. Dies ist der dritte Punkt.

Diese drei sind die wesentliche Natur aller Dharmas, die Wurzel aller Dharmas, die Quelle aller Dharmas und die Augen und Glieder aller Dharmas. Ohne sie wird jedes Dharma, das du ausübst, wie eine Leiche ohne Kopf oder Gliedmaßen sein.

Hurra!
Wenn ausgezeichnete Menschen, die den authentischen Pfad betreten möchten, wirklich den erhabenen Dharma praktizieren wollen, sollten sie Opfer zu Gunsten ihrer Praxis bringen; sie sollten dem Guru Gebete der Anrufung darbringen, der die wesentliche Natur aller Buddhas vereint; und sie sollten Einweihung und Siddhis empfangen.

Alle Nahrung, Getränke, Kleidung, Schmuck, Genüsse, Bewegung und Ruhe sollen als Gaṅacakra-Angebote, Niederwerfungen und Umrundungen auf den Pfad gebracht werden.

Behandle immer deine Dharma-Freunde und Geschwister auf dem Pfad, die dieselben Samayas haben wie du, als Manifestationen von Vīras und ḍākinīs. Es ist wichtig, dass du sie mit inniger Zuneigung und Gleichmut ehrst, ohne dich den Guten nahe oder den Schlechten fern zu fühlen.

Alle Wesen ohne Ausnahme waren deine liebe Eltern, und sie sind Objekte des Verständnis, im Sumpf des Leidens kämpfend. Ohne sie jemals mental aufzugeben, entwickle eine heldenhafte Haltung großen Muts in deinem feierlichen Gelübde, sie in einen Zustand des Glücks zu bringen.

Dies ist mein innerstes Streben, doch obwohl ich dem Narren wie mir selbst nützlich sein möchte, habe ich keine besondere Gelehrtheit, Schreibkunst oder attraktive Eigenschaften.

Wisse, dass die niemalige Trennung von diesen drei Punkten wie fruchtbarer Boden für die Praxis und wie die Fundamentsteine einer Festung sind.

Als ich daran dachte, zu einem großen Marktplatz zu gehen, gekleidet in eindrucksvolle, auffällige Kleidung, fand ich jedoch keine solche Kleidung. Am Ende habe ich meinen Körper mit Schlamm bestrichen und verschiedene Zweige, Gras, Blumen und Federn darauf geklebt. Jetzt werde ich die törichten Meditationen desjenigen erklären, der
heruntergekommene Kleidung aus Schlamm und Federn trägt und sie betrachtet, als wären sie die feinsten Gewänder und Schmuckstücke. Also höre zu! Beobachte! Und lache darüber!

Jetzt sagen einige Kontemplierende, du solltest gute Gedanken schätzen und schlechte stoppen, aber ich denke, das ist wie die Türen und Fenster nach dem Ausbrechen eines Diebes zu schließen und dann im dunklen Haus zu tasten. Manche sagen, du solltest frühere Gedanken verfolgen, als würdest du einen Jagdhund einem Fuchs hinterherjagen, und dann Gegenmittel anwenden. Das ist eine gute Praxis für Anfänger, aber ich denke, Menschen, die ihr ganzes Leben damit verbringen und dies als beste Praxis ansehen, könnten sich selbst täuschen, indem sie eine Illusion mit einer anderen verbinden.

Einige beobachten ihre Gedanken „da drüben“ wie ein alter Hirte auf einer weiten offenen Ebene, der seine Kälber und Schafe von ferne betrachtet. Da sage ich auch; das ist eine Praxis für Anfänger, aber wenn du es allein als Weg nimmst, wirst du Vertrauen in die blossen meditativen Erfahrungen von Glückseligkeit, Leuchtkraft, Zufriedenheit und Glückseligkeit aufbauen. Oben auf der hohen, mächtigen Festung der Selbstsucht geklettert, sehen solche Menschen andere mit hohem Blick herab, während sie majestätisch im Sattel ihres feinen Pferdes posieren. Wenn ich diejenigen untersuche, deren Leben so verläuft, sehe ich, dass sie in der Vergangenheit die Ursachen für das Drehen in Saṃsāra unter dem Einfluss einer dualistischen Greifen geschaffen haben. Es scheint mir, dass wenn sie dieses Übermaß an Meditation fortsetzen, wofür man dann die Notwendigkeit hat zu sagen, dass dies wie ein großes Anker wirken wird und sie weiter in Saṃsāra verankern!

Manche sagen, Gedanken seien wie Blitzeinschläge, das ursprüngliche Bewusstsein, reines Bewusstsein, wie reines Licht, und dass die Nichtdualität der Erscheinungen und des reinen Bewusstseins der authentische Weg sei. Andere sagen, sobald Gedanken auftauchen, ist der authentische Weg, für dich selbst die Nicht-Dualität von dem, was erscheint und dem, der erkennt, zu erkennen. Das hat dieselbe Bedeutung wie die vorhergehende (Position). Mir scheint, wenn du wie ein Garuda bist, der aus dem Nest fliegen kann, ist es absurd, 21.000 tote Mäuse aus deinem Nest an einem Tag zu vertreiben! Wenn du diese (Praktiken) als Weg nimmst und dort stecken bleibst, wirst du wie eine blinder, benommener Mensch sein, der auf einer Ebene ohne Begleiter umherwandert. Erkenne, dass es tatsächlich unverzichtbare, spezifische Phasen der Vertrautmachungen auf dem Pfad gibt, wie die drei spezifischen Phasen von Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter im Verlauf des Lebens eines Menschen.

In meditativen Visionen und Träumen wurde mir durch Symbole und Wörter, ausgedrückt vom glorreichen Seegeborenen Vajra von Orgyen, eine Wegweisung gegeben, und ich besitze einen eigenen Pfad, von einer beständigen illusionären Vision meines Körpers, meiner Rede und meines Geistes, die von seinen drei Vajras gesegnet sind. Zusammengefasst betreten Anfänger den authentischen Pfad durch Untersuchung und Vertrautheit, also gehe zuerst an einen Ort der Einsamkeit, setze dich auf ein bequemes Kissen und erzeuge Bodhicitta, den Wunsch, Erleuchtung zu erlangen. Mit aufrichtigem Eifer bringe Gebete der Anrufung an deinen Guru dar und nehme die vier Ermächtigungen. Bestimme dann, welcher der drei – Körper, Sprache und Geist – den Vorrang hat, beseitige jegliche Unsicherheit über diesen Punkt. Untersuche dann sorgfältig diesen sogenannten Geist im Hinblick auf seinen Ursprung, seinen Zwischenort und sein endgültiges Ziel. Die Analyse dieser Punkte offenbart die Leere seines Ursprungs.

Dann untersuche den Geist als den Akteur, der alle Arten von Gedanken heraufbeschwört, suche seine Form, Farbe und Gestalt sowie seine Quelle, Anfang und Ende, und ob er wirklich existiert oder völlig nicht existent ist. Wenn du dies tust, und du mit Sicherheit feststellst, dass er nicht gefunden werden kann, hast du den Pfad betreten. Wenn du den Denkprozess gewaltsam unterdrückst, während du deinen Geist einspitzig auf Dinge wie einen Stock oder Kiesel fokussierst, werden viele obsessive Gedanken auftreten, so als hättest du einen Bewässerungskanal verstopft, und dein Körper, deine Rede und dein Geist können sich sehr unwohl anfühlen. In diesem Fall entspanne dich locker und beobachte deine Gedanken aus der Distanz, wobei du klar wahrnimmst, was auch immer auftaucht.

Was beobachtet wird, wird Achtsamkeit oder Bewusstsein genannt; was beobachtet wird, wird Bewegung genannt, und das Verweilen in diesem Zustand wird Stille genannt. Bezeichne sie so und meditier! Wenn du ernsthaft meditierst, werden stabile meditative Erfahrungen von Glückseligkeit, Leuchtkraft und Nicht-Begrifflichkeit von śamatha in deinem Geiststrom auftreten. Wenn folglich Stille, Bewegung und Gewahrsein zu einem
verschmelzen und alle ablenkenden Gedanken eigenständig und selbstleuchtend sind, meditiere, indem du dies als Gewahrsein erkennst. Und wenn Gedanken sich automatisch in alle Richtungen zerstreuen, meditiere, indem du dies als Geist der Unbewusstheit identifizierst. Auf diese Weise werden, entsprechend dem Grad der Schärfe deiner Fähigkeiten, verschiedene meditative Erfahrungen wie Entzücken, Klarheit, Leerheit, Stille, und Härte sicherlich auftreten. So wie es immer in der Natur des Mondes lag, zu wachsen und zu schwinden, so ist es in der Natur des Geistes, periodisch glücklich und traurig zu sein. Also verliere ohne Hoffnung oder Furcht, Ablehnung oder Akzeptanz, Verneinung oder Bejahung nicht deinen eigenen Halt in genau dieser Leuchtkraft und Erkenntnis. Das ist ein entscheidender Punkt. Meditative Erfahrungen und Erscheinungen verschwinden von selbst, verblassen, können sich nicht halten, wie Illusionen und Träume Wenn du an Erfahrungen wie Glückseligkeit, Leuchtkraft, Leerheit, Härte, Träume oder subtile aussersinnliche Wahrnehmung festhältst, sie ablehnst oder bejahst, hoffst oder fürchtest, dich daran bindest oder dich darauf fixierst, führt dich das zu Fehlern und Verdunkelungen – erkenne das!

Nun habe ich Ältere sagen hören, dass Meditation der feine Pfad der Buddhas sei, also habe ich darüber sorgfältig nachgedacht und daraus geschlossen, dass dies vielleicht etwas sei, das man mit den Augen sehen, mit den Händen halten oder mit den Ohren hören könne. Und wenn diese alten Mönche es erreichen konnten, dann sollte ich das sicherlich auch können! Also ging ich in eine abgelegene, einsame Gegend, lehnte meinen
Rücken an einen roten Felsen und verbrachte drei Tage damit, vor mich hinzustarren. Während ich am Abend des letzten Tages schlief, erschien mir ein weisses Kind und fragte: „Warum sitzt du hier?"  Ich antwortete: „Ich sitze hier und frage mich, ob ich so etwas wie Meditation sehen könnte.“ Das Kind schloss die Augen und sang dann dieses Lied:

He, he!
Du, Blinder, der den authentischen Pfad betreten möchte, höre! Der Körper ist wie eine Papiertüte, die vom Wind verweht wird. Die Sprache ist wie das Geräusch von Luft, die durch ein Rohr strömt. Dieser Geist ist der Schöpfer sowohl von Saṃsāra als auch von Nirvāṇa. Erkenne unter diesen dreien, was das Wesentliche ist! Du wirst lange warten müssen, bevor du etwas siehst oder hörst, das Meditation genannt wird.

Mit diesen Worten wachte ich auf.
Dann dachte ich darüber nach und erkannte den Geist als das Grundlegende, aber ich wusste nicht, was ich als Nächstes tun sollte. Einige Tage später In einem nächtlichen Traum setzte ein Yogin, der behauptete, Orgyen Lake-Born Vajra zu sein, eine Vase auf meinen Kopf und sagte: „Die Verschleierungen deines jugendlichen Körpers sind gereinigt worden, und durch diese Vasen-Ermächtigung ist dein Körper zu einem Nirmāṇakāya gereift. Ich salbe dich als meinen Regent. Jetzt musst du vorsichtig erforschen, aus welcher Quelle dieser Geist erstmals aufstieg, den Ort, an dem er im Zwischenzustand verweilt, und das Ziel, wohin er schliesslich geht. Meditation ist genau das!« Dann schien er sich in mir aufzulösen.

In einer anderen Nacht, sagte mir im Traum ein roter Yogin, der sich als Orgyen Speech Vajra ausgab: »Sohn, fokussiere deinen Geist fest auf mich. Schneide alle Gedanken gewaltsam ab.« Dadurch flossen die Gedanken ununterbrochen, und ich sagte ihm, dass mein Geist dazu nicht in der Lage sei. „Bist du dir ihres Strömens bewusst?" fragte er. „Ja, das bin ich“, antwortete ich. „Nun, solche Gedanken werden Bewegung genannt. Das, was sie verstehen, wird Bewusstsein genannt. In diesem Verständnis zu verbleiben, wird
Stille genannt. Von diesen drei sollte man niemals getrennt sein!" Mit diesen Worten goss er Ambrosia aus einer Schädelschale und sagte: »Mit dieser geheimen Ermächtigung ist deine Rede zur Vajra-Rede herangereift.« Dann schien er sich in mir aufzulösen.

Dann, nach drei Jahren, in einem Traum legte eine junge Frau dreizehn weiße Senfsamen auf einen hellen, klaren Spiegel und sagte: „Sohn, halte diesen Spiegel an dein Herz. Diese Senfsamen sind ein Omen und Vorzeichen, das darauf hinweist, dass deine Schüler in der Zukunft Vidyādharas werden.“ Sie legte ihn auf mein Herz und sang dieses Lied:

Wie wunderbar! Sohn der klaren Licht-Vajra-Essenz, dein eigener Geist ist die Grundlage von Samsāra und Nirvāṇa. Der Ursprung, von dem er erstmals auftaucht, ist leer. Der Ort, an dem er sich im Zwischenzustand aufhält, ist leer. Das Ziel, zu dem er schließlich gelangt, ist leer. Erkenne die wahre Natur der Leerheit! Sie hat keine Form, Gestalt, Farbe oder Quelle. Sie ist weder eins noch viele, und sie ist weder ausgestrahlt noch aufgenommen. Sie transzendiert die Grenze von Sein und Nicht-Sein. Sie ist leer von den herkömmlichen Wörtern der Negation und Bejahung. Sie wird spontan als große Leere verwirklicht. Sie ist ein Spiegel, die Ursachen und Bedingungen transzendiert und in der Lage ist, alle Arten von Reflexionen hervorzubringen. Welche hellen oder dunklen Farben auch auftreten mögen, der Charakter ihrer wesentlichen Natur bleibt unveränderlich.

Dies ist eine Analogie für den Geist und für das reine Erkennen. Betrachte den Geist und die reine Erkenntnis nicht als zwei Grundlagen. Verwechsle das ursprüngliche Gewahrsein nicht mit dem Geist! Der Geist bezieht sich auf etwas, das von dem ursprünglichen Gewahrsein projiziert wird. Die Nacht tritt nicht während des Tages auf, und der Tag tritt nicht während der Nacht auf. Raum verwandelt sich nicht in eines von beidem. Unterscheide den Geist von der reinen Erkenntnis auf diese Weise. Wenn du einen Gedanke nach dem anderen beobachtest, ist dies der Weg zum Erreichen von Samatha, aber du trittst nicht in den authentischen Weg ein. Darüber hinaus ermöglicht das Aufrechterhalten deines eigenen Bewusstseins der Klarheit und Erkenntnis, dass sich Gedanken von selbst auflösen. Doch du gelangst nicht direkt zum Kern. Bestimme die Grundlage der reinen Erkenntnis! O Kind der Weisheit und reiner Erkenntnis, das Geheimnis, das Schatzhaus der ḍākinīs ist dein Erbe!

Mit diesen Worten löste sie sich zusammen mit dem Spiegel in mein Herz auf, und mein Körper, meine Rede und mein Geist wurden von Freude und Glückseligkeit erfüllt. Diese (Worte) lieferten die Begründung, und erneut meditierte ich eifrig über Klarheit und Erkenntnis. Folglich schien es manchmal, als ob das Erscheinende und das Bewusste nicht-dual nach außen verstreut wurde und sich dann wieder nach innen zusammenzog. Zu anderen Gelegenheiten waren das Erscheinen und das Bewusstsein nicht-dual und spontan objektiert und verschwanden dann natürlich. Zu anderen Zeiten war Erscheinen und Bewusstsein nicht-dual selbst-entstehend und selbstauflösend, so dass mir klar wurde, dass sie nicht von innen aus dem Körper heraus projiziert wurden. Ich wusste, dass diese Erfahrungen darauf zurückzuführen waren, dass ich nach der Grundlage des Seins als Objekt griff.

Dann verblassten all meine früheren Fixierungen natürlich, und ich ruhte mich in der großen, spontanen Weite des ursprünglich reinen Grundes des Seins aus. Alles, was als seine schöpferischen Ausdrucksformen entstand, lösten sich auf natürliche Weise in ihrer eigenen Weite auf. Diese wesentliche Natur – zusammen mit ihren schöpferischen Ausdrucksformen, die frei von Veränderung, Gegenmittel, Meditationspraxis, Erinnerung, Festhalten und Identifikation sind – wird als Pfad des ursprünglichen Bewusstseins bezeichnet. Zu dieser Zeit, bei Abwesenheit geistiger Aktivität, erkenne die ultimative Realität. Wenn Hoffnungen, Ängste, Verneinung und Bestätigung sich in absolute Leere auflösen, erkenne das selbstentstandene ursprüngliche Gewahrsein. erkenne die spontan verwirklichte wesentliche Natur der Wirklichkeit und die Seinsweise des großen Dharmakāya, frei von allen Extremen, Parteilichkeit und Hin- und Hergehen.

Wie die Sonne, die am Himmel aufgeht, frei von Verunreinigungen, erwacht das Urbewusstsein, das ursprüngliche Gewahrsein, in der Natur seiner eigenen unveränderten, selbstentfaltenden Grundlage, und alle Erscheinungen seiner schöpferischen Ausdrucksformen entfalten sich, ohne in irgendeiner Weise verändert oder umgewandelt zu werden. Diese natürliche Befreiung wird durch die Analogie der Nicht-Dualität von der Sonne und ihren Strahlen veranschaulicht. Der Träger, als wesentliche Natur des Geistes, ist Dunkelheit wie die Nacht; Gedanken entstehen als dualistisches Festhalten am Erfasser und dem Erfassten; und die enge Identifikation mit Freude und Leid ist wie die Vergegenständlichung eines Traums als wirklich existent.

Es ist in der wesentlichen Natur des Himmels nicht vorgesehen, sich im Laufe von Tag und Nacht zu verändern, doch seine manifestierte Natur wird durch die Sonne beeinflusst. Ebenso ändert sich die grundsätzliche Natur des Geistes nicht, aber doch wird eine Unterscheidung zwischen ursprünglichem Gewahrsein und dem Geist gemacht, basierend auf dem Unterschied zwischen Urbewusstsein und Unwissenheit. Der Grund ist die Grundlage, aus der Saṃsāra und Nirvāṇa entstehen, genauso wie ein Spiegel alle Arten von Spiegelungen erscheinen lässt.

Einerseits besteht das gesamte Saṃsāra und Nirvāṇa aus schöpferischen Ausdrucksformen des Grundes, die in ihrer eigenen wesentlichen Natur ursprünglich vollkommen sind. Auf der anderen Seite denke ich, dass es widersprüchlich ist, dass diese Schöpfungen zu manchen Zeiten vollständig gegenwärtig sind und zu anderen Zeiten verschwinden. Manche sagen, dass Gedanken Momente reinen Bewusstseins sind und dass sowohl Saṃsāra als auch Nirvāṇa in ihnen ganz und gar present sind.

Andere bezeichnen blosse, sich selbst erkennende, sich selbst erleuchtende Gedanken als echtes, unverfälschtes Gewahrsein. Wieder andere sagen, dass Klarheit und Erkenntnis, wie ein Blitz, die Große Vollkommenheit sei. Ich halte es jedoch für falsch zu sagen, dass, welche Gedanken auch immer auftauchen, mit dem Abklingen jedes einzelnen das gesamte Saṃsāra und Nirvāṇa vollständig vorhanden ist und verschwindet – denn alle Gedanken müssen losgelassen werden. Wenn dem nicht so wäre, würden Saṃsāra und Nirvāṇa durch das vorübergehende Aufkommen und Vergehen der Gedanken zu oft geboren und sterben! Erkenne, dass die selbstlos freischwimmenden Erscheinungen der kreativen Ausdrucksformen [reiner Bewusstheit] direkt in die wesentliche Natur gleiten und wieder in den ursprünglichen Mutterleib sich auflösen, wie die Wellen des Ozeans, die natürlich wieder ins Meer zurückkehren, ohne irgendwohin zu gehen.

Wenn ich so praktizie, würde ich, wenn ich schon bei einer kleinen Sache auf Probleme stiesse, meine eigene Verwurzelung in der Natur der Existenz verlieren und zu gewöhnlichen Zuständen zurückkehren. Wenn ich zum Beispiel allein und nackt in der Wildnis bin, und ich vor Angst schlottere, wenn verschiedene wilde Tiere und Nomaden schreckliche Schreie ausstiessen, wäre ich nicht anders als eine gewöhnliche Person.
In diesem Fall gäbe es keinen Weg, mich in der Zwischenzeit durch solche Meditation zu befreien. Aber mit aufrichtigem Vertrauen und Ehrfurcht betete ich zu meinem Guru, dem lake-born Vajra: „Bitte gib mir jetzt sofort praktische Anweisungen zum Umgang mit solchen Umständen!" Einschlafend mit grosser Hingabe hatte ich in einem Traum eine Vision von Orgyen Dorjé Drolö, der aus einer Flammen- und Lichtfläche erschien, und er sang die Worte dieses Hūṃ-Gesangs:

Hūṃ Hūṃ! Oberstes Wesen, Vajra reiner Wachheit,

Hūṃ Hūṃ! verstehst du den gemeinsamen Faden der drei Reiche des Saṃsāra

Hūṃ Hūṃ! wie doppelsinniges Festhalten an dem Ergreifer und dem Ergriffenen?

Hūṃ Hūṃ! Verstehst du sowohl Objekt als auch Subjekt

Hūṃ Hūṃ! als zwei Gedanken?

Hūṃ Hūṃ! Verstehst du die Freuden und Leiden dieses Lebens und zukünftiger Leben

Hūṃ Hūṃ! als trügerische Erfahrungen?

Hūṃ Hūṃ! Verstehst du Tageserscheinungen, Nachtvisionen, die physische Welt und                                ihre fühlenden Wesen

Hūṃ Hūṃ! als Erfahrungen von Licht und Dunkelheit?

Hūṃ Hūṃ! Verstehst du die Freuden, Leiden, die Umgebung und die Freunde dieses                                  Lebens

Hūṃ Hūṃ! als Traumerfahrungen und trügerische Erscheinungen,

Hūṃ Hūṃ! und erkennst du, dass sie gleichermaßen unwirklich sind?

Hūṃ Hūṃ! So weitläufig wie die physische Welt und ihre fühlenden Wesen sind,

Hūṃ Hūṃ! reichen sie nicht über die Weite des Raumes hinaus.

Hūṃ Hūṃ! Obwohl der Raum weder Peripherie noch Zentrum hat,

Hūṃ Hūṃ! reicht er nicht über die Weite des ursprünglichen Gewahrseins hinaus.

Hūṃ Hūṃ! Buddha-Felder und hervorragende Buddhas

Hūṃ Hūṃ! sind das Antlitz deiner eigenen Grundlage, die Natur der
                        Existenz.
Hūṃ Hūṃ! Verwechsle die Buddhas nicht mit etwas Eigenständigem.

Hūṃ Hūṃ! Ich werde die Fehler der oberen Māras abschneiden.

Hūṃ Hūṃ! Feinde, Dämonen, schlechte Gefährten und deine Umgebung

Hūṃ Hūṃ! sind trügerische Erfahrungen des begrifflichen, dualistischen Greifens.

Hūṃ Hūṃ! Betrachte sie nicht als etwas anderes als Vergegenständlichung.

Hūṃ Hūṃ! Ich werde die Fehler der unteren Māras zerstören.

Hūṃ Hūṃ! Tages- und Traumerscheinungen

Hūṃ Hūṃ! werden als Namen und Dinge vergegenständlicht und festgehalten.

Hūṃ Hūṃ! Auch wenn du die Leere selbst erkennst,

Hūṃ Hūṃ! Verstehst du Gedanken als Aspekte deiner eigenen Natur?

Hūṃ Hūṃ! Während du das gesamte Saṃsāra und Nirvāṇa verstehst

Hūṃ Hūṃ! als die ursprüngliche Weite des absoluten Raumes des Grundes,

Hūṃ Hūṃ! Verstehst du sie als nichtduale Erscheinungen (ursprünglichen Gewahrseins)?

Hūṃ Hūṃ! Erscheinungen dieser kreativen Ausdrucksformen gleiten in die Wesensnatur                         der gleichmässigen Allgegenwart,

Hūṃ Hūṃ! die sich in diese Weite auflösen.

Hūṃ Hūṃ! Verstehst du, dass es keine Meditationspraxis gibt?

Hūṃ Hūṃ! Innerlich gibt es die Fessel des Festhaltens am „Ich“.

Hūṃ Hūṃ! Äußerlich gibt es das Greifen und Festhalten an Objekten.

Hūṃ Hūṃ! Meditation dazwischen ist unerheblich.

Hūṃ Hūṃ! Verstehst du, dass die Tore der

Hūṃ Hūṃ! äußeren und inneren Bedingungen das Antlitz

Hūṃ Hūṃ! der Großen Vollkommenheit von Saṃsāra und Nirvāṇa verdecken?

Hūṃ Hūṃ! Zuerst wird durch Nachforschen das Verständnis kommen.

Hūṃ Hūṃ! Dann werden durch Meditation Erfahrungen entstehen.

Hūṃ Hūṃ! Schließlich wird durch das Ruhen die Verwirklichung kommen.

Hūṃ Hūṃ! Sobald Verwirklichung eingetreten ist, ist sie nicht-dual mit gleichzeitiger                                 Befreiung.

Hūṃ Hūṃ! Objekte und Subjekte gemeinsam

Hūṃ Hūṃ! werden im Mutterraum der großen Weite erweckt.

Hūṃ Hūṃ! Meine Ausstrahlungen und das Ich

Hūṃ Hūṃ! waren niemals getrennt.

Hūṃ Hūṃ! Ihre Wesensnatur ist die Illusion meiner eigenen kreativen Ausdrucksformen.

Hūṃ Hūṃ! Wie das Durchschauen eines Zaubertricks

Hūṃ Hūṃ! sind Erscheinungen nicht-dual im absoluten Raum.

Phaṭ Phaṭ!

Mit diesen Worten wurde Orgyen Dorjé Drolö eins mit mir, und es entstand die Erfahrung, dass meine grossen Erscheinungsformen das gesammte Saṃsāra und Nirvāṇa durchdringen. Von diesem Zeitpunkt an, wusste ich, aufgrund dieses Zeichens, dass dies Kernanweisungen waren, um die falsche Höhle der Erscheinungen zu zerbrechen.

Um das nur ein wenig auszuweiten: (1) suche die Quelle der Namen, (2) zerstöre das Festhalten an der Beständigkeit der Dinge, und (3) zerbreche die falsche Höhle, die uranfänglich in deinem eigenen Bewusstseinsstrom von Anbeginn befreit ist, indem du alles von Saṃsāra und Nirvāṇa kennst und verwirklichst.

1. Finde die Quelle der Namen
Indem du das hartnäckige Festhalten am Aussprechen des Namens „Ich“ und das Festhalten am Gedanken „Ich bin“ untersuchst und analysierst, stellst du fest, dass die Grundlage der Bezeichnung von allem – einschließlich Fleisch, Blut und Knochen, im gesamten äußeren und inneren Bereich des Körpers, vom Scheitel bis zu den Fußsohlen – nicht-objektiv und leer ist. Fahre dann fort, den Irrtum aufzudecken, indem du auch jeden der spezifischen Namen für Kopf, Füsse, Arme, Gelenke und so weiter aufspürst. Was die Art und Weise betrifft, alle Arten der Festlegung von Namen und Konventionen in der äußeren Umgebung zu untersuchen, indem man beispielsweise den Namen „Haus“ im Hinblick auf seine äußeren, inneren, oberen und unteren Bereiche sowie seinen Lehm, seine Steine und so weiter herausarbeitet, so verschwindet er von selbst. Erde wird zu Töpferware; und die Namen der oberen und unteren Abschnitte von Steinen, der Spitzen und Stämme von Bäumen und so weiter verschwinden auf natürliche Weise von dort, wo sie sind, und durch Verwandlung und Umgestaltung werden sie zu Wassermühlen, Öfen, Säulen und Balken. Wasser wird zu Tee, Feuer wird zur Flamme einer Butterlampe, Luft
wird zu einem Luftstoss in einem Blasebalg und so weiter. Zeige den Trugschluss in jedem dieser Fälle auf, dass die Grundlagen für die Bezeichnung solcher Verwandlungen, Aufhörens und Verschwindens nicht festgestellt werden können

2. Zerstöre das Festhalten an der Dauerhaftigkeit der Dinge
Wenn das, was als Entität etabliert ist definitiv, wirklich existent und dauerhaft in eigener Natur beständig ist, muss es sieben Qualitäten besitzen, nämlich: Unverwundbarkeit, Unzerstörbarkeit, Wirklichkeit, Unvergänglichkeit, Stabilität, totale Unbeeinträchtigbarkeit und völlige Unbesiegbarkeit. Auch wenn die Dinge scheinbar fest, schwer, massiv, solide, existent und dauerhaft erscheinen, und so weiter. Wenn alle Häuser, Erde, Stein, Feuer und Wasser zerstört, verbrannt, beherrscht, kontrolliert, ausgestossen und zerstreut würden, würden sie plötzlich wie ein Traum oder eine Illusion verschwinden. Begreife dies, indem du sie als Leerheit erkennst, frei von einer eigenen, unabhängigen Existenz.

Im Allgemeinen ist die gesamte physische Welt mit ihren fühlenden Bewohnern und allen Formen, Farben, Gestalten und Erscheinungen, die aus den fünf Elementen hervorgehen, leer in ihrer eigenen Identitäten und verschwinden in den Weiten des Raums wie Wolken und Nebel. Selbst wenn du weisst, dass sie von deiner eigener Seite her ganz und gar leer sind, bringt es nichts, wenn du sie nicht als Subjekte und Objekte des dualistischen Denkens erkennst; Nutzen oder Schaden entstehen dabei nicht. Wie ein Bettler, der sich die Schatzkiste eines anderen ansieht, ist dein Wissen nutzlos, leer und trivial.

3. Die falsche Höhle zum Einsturz bringen
Wenn du Verständnis, Erfahrung und Erkenntnis darüber hast, dass Saṃsāra und Nirvāṇa nichts anders sind als dein eigenes ursprüngliche Gewahrsein, ist dies ein tiefer und kraftvoller Punkt. Darum lass deinen Geist dort in seiner eigenen wesentlichen Natur los, frei und ungebunden und untersuche alles - seine Peripherie sein Zentrum und Anfang und Ende. Wenn er nicht als irgendetwas festzustellen ist, und wenn du sorgfältig analysierst, wie groß und räumlich allgegenwärtig er ist, wirst du alle drei Bereiche der physischen Welt und ihrer fühlenden Bewohner als Totalität innerhalb des allgegenwärtigen Raums sehen. Wenn du das nicht weißt oder es feststellst, erkenne, dass alle Arten von Bereiche des Saṃsāra trügerische Erfahrungen sind und nicht einmal annähernd als wirklich existent anzusehen sind. In Bezug auf eine einzelne Flüssigkeit sehen die Höllenwesen sie als Lava, Pretas sehen sie als Eiter und Blut, Tiere sehen sie als Getränk, Menschen sehen sie als Wasser, Devas sehen sie als Ambrosia, und so weiter. Für jeden entsteht der Geist als seine eigene Wahrnehmung und Erfahrung, aber trägt keine echte Existenz in sich.

Nun scheinen fühlende Wesen aufgrund kleiner Dinge wie Waffen zugrunde zu gehen, doch die Hitze und Kälte der Höllen sowie der Hunger und Durst der Pretas töten diese Wesen nicht. Diese Tatsache offenbart die Irrtümlichkeit ihrer tatsächlichen Existenz, da sie nichts weiter als bloße trügerische Erscheinungen und Erfahrungen sind. Wenn man die Ursachen und Bedingungen untersucht, wie zum Beispiel eine Schmied, der das glühende Eisen schmiedet und Gebäude errichtet und so die Flammen und das Brennholz der Hölle erschafft, muss man erkennen, dass dies lediglich täuschende Erscheinungen ohne wirkliche Existenz sind. Zudem, wo ist die Reifung der Sünden und des Karmas der Meister und Arbeiter in der Hölle? Wenn es keine Reifung des Karmas für sie gibt, warum sollte sonst jemand anderes es erleben müssen? Wenn du diese Punkte prüfst, wirst du feststellen, dass sie von ihrer eigenen Seite her wie die Erscheinungen eines Traums sind, unabhängig von ihrer blossen Dauer.

Stelle fest, dass alle empfindenden Wesen, die ihrer eigenen dualistischen Anhaftung an das ‚Ich‘ und ‚mein‘ Subjekt und Objekt unterliegen, von der Herrschaft des täuschenden Kreislaufs der drei Reiche der Existenz beherrscht werden. Wie ein Körper und sein Schatten halten sie stand in Bezug auf die Objekte ihrer eigenen Gedanken. Dies ist ein dauerhafter Prozess, in dem ständig an diese verschiedenen Objekte festgehalten
wird. Selbst während der nächtlichen Träume fügst du dich nicht darin, die Objekte von Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum sowie alle Gebäude, Verwandte, Freunde, Geliebte und alle Arten von fühlenden Wesen zu vergegenwärtigen bzw. zu identifizieren – ganz zu schweigen von allen Ängsten, Freuden und Sorgen – genau wie du es am Tag tust. Wenn du nacheinander alle Zeiträume von Jahren, Monaten und Tagen, die vergangen sind, und alle deine Umgebungen, Freunde, Geliebte, Besitztümer und Häuser betrachtest, sind sie nicht anders als subtile und grobe Träume. Darüber hinaus gibt es nicht den geringsten Unterschied zwischen den 360 Tageserscheinungen und 360 Nachtzeiterscheinungen
eines Jahres, abgesehen von dem bloßen Grad der Subtilität und Grobheit dieser Erfahrungen. Wohin gehen die Objekte der Tageserscheinungen in der Nacht? Die Objekte der Nachtscheinen sind am Tag nirgends zu finden. Prüfe, ob sie irgendwo verborgen sind, und du wirst feststellen, dass sie sich gleichen – sie sind nichts anderes als dein eigener Geist.

Betrachte, dass der Unterschied zwischen der Geburt und dem Tod empfindsamer Wesen in einem Traum und der Geburt und dem Tod der empfindsamen Wesen, die am Tag erscheinen, eine Frage täuschender Erscheinungen und Erfahrungen ist. Selbst wenn du die phänomenale Welt als aus mentalen Erscheinungen bestehend anerkennst, wenn du den getäuschten Akteur als innerlich und die täuschenden Erscheinungen als äußerlich ergreifst — wie eine Illusion und ein Illusionist oder ein Traum und ein Träumer — bist du fest durch Ketten dualistischer Anhaftung gebunden. Vielmehr erkenne, dass das konzeptualisierte Selbst, das als „Ich“ ergriffen wird, und alle seine Aspekte, die als äußere physische Welt und ihre inneren fühlenden Bewohner festgelegt sind, innerhalb des entstehenden ist Ausdehnung der allgegenwärtigen wesentlichen Natur des Geistes, frei von Zentrum und Peripherie. Sie existieren nicht jenseits der Ausdehnung dieser wesentlichen Natur, genauso wie die Spiegelungen in einem Spiegel jenseits der Spiegeloberfläche nicht existieren.

Darüber hinaus, wohin auch immer du wanderst und innerhalb der drei Existenzbereiche geboren wirst, gehst du nach dem Verlassen der früheren nicht an neue Orte. Vielmehr, wie taghelle Erscheinungen und Traumerinnerungen, wird eine Erfahrung täuschender Erscheinungen zu einer weiteren; daher erkenne sicher, dass Samsāra [486] aus täuschenden Erfahrungen besteht. Samsāra und Nirvāṇa sind vollständig als deine
eigenen Wahrnehmungen gegenwärtig und sie sind vollständig im Umfang der wesentlichen Natur enthalten. Diese wesentliche Natur wird Boden genannt. Der unbewusste Aspekt des Bodens wird Substrat genannt, und sein reiner Aspekt wird Dharmakāya genannt. Aufgrund seiner Erschöpfung in der Dunkelheit des Unwissens ist dieser sehr ursprüngliche Boden, wie der Weltraum, der alle Erscheinungen ermöglicht, das Substrat. Der erscheinende Aspekt der dualistischen Konzeptualisierung zeigt sich als die täuschenden Erfahrungen der Darstellungen der drei Bereiche.

Die wesentliche Natur des Bodens ist wie die wesentliche Natur des Raums, der Tag und Nacht nicht verändert wird, sich in nichts anderes verwandelt und die Erscheinungen von Licht und Dunkelheit ermöglicht. Daher wird er Samantabhadra genannt, frei von Gut und Böse. Seine manifeste Natur erscheint täuschend als der Geist, doch im inneren Leuchten des Mutterleibs ist er selbst-erwachsen als der Boden der fünf Facetten des
ursprünglichen Bewusstseins, die fünf Kāyas und die fünf Buddha-Felder. Daher ist es großes, angeborenes ursprüngliches Bewusstsein. Die Gottheiten und Buddha-Felder von Nirvāṇa sind ebenfalls spontan vollständig im eigenen Boden gegenwärtig, so dass Buddha-Felder sowie autonome Gottheiten, die von einem Reich in ein anderes wandern oder hineingeboren werden, nichts weiter als dualistische Erscheinungen und
Erfahrungen sind. Wer in dieser Hinsicht irrt, selbst wenn er die Jñānasattvas verwirklicht, hat keine Grundlage oder Wurzel, um das weltliche Dasein zu transzendieren. Sobald die Wurzel, die auf diese Weise erscheint, durchdrungen und durchtren nt [487], und nicht nur geprüft, von da an Reifikation und Anhaftung ebenfalls natürlich durchtrennt werden müssen.





Wenn du dich ohne Veränderung in selbstentstehender Prise ruhst-

schmale Bewusstheit, der Schöpfer von Saṃsāra und Nirvāṇa wird auf eine Weise freigesetzt.

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Suche also nicht nach der Wurzel praktischer Anweisungen woanders und lasse jegliche Hoffnung auf Ergebnisse fahren. Wenn du den kausalen
Prozess diesbezüglich und zukünftiger untersuchst

• Leben und von Tagen und Nächten, sie stellen sich als trügerische Erfahrungen dualistischer Gedanken heraus.

• So enthülle den Trugschluss der gewohnhaften Neigung, fälschlicherweise an ihnen als autonom festzuhalten.

• Tief und entschlossen den vollen Sinn von Hören und Nachdenken erfassen. Sei skeptisch gegenüber konstruierten Meditationen, in
denen discursive Gedanken willkommen geheißen und verfolgt werden.

• Sei nicht wie jene erbärmlichen Kontemplierenden, die in der Mitte gefangen sind,

wo das Angesicht der Natur des Daseins, die Sonne der Großen Vollkommenheit, von Wolken der Abweichungen und Verschleierungen der
dualistischen Greifens verborgen ist.

Wenn ich die vielen Schwankungen der Gedanken betrachte, brülle ich vor Lachen [490] über die Hoffnung auf das Große

Vollkommenheit darin.

Hey, hey!
Such nicht nach autonomen Buddhas außerhalb der wesentlichen Natur, ohne Grenzen, des ursprünglich reinen, uranfänglichen
Grundes.

Alle falschen Muster trügerischer Erfahrungen, äußerlich und innerlich, der physischen Welt und ihrer empfindungsfähigen

Bewohnern sind vollständig im Weiten der wesentlichen Natur vorhanden:





Bewusstsein war nichtdual selbst-entstehend und selbstauflösend, so dass mir klar wurde, dass sie nicht von innen aus dem Körper heraus
projiziert wurden. Ich wusste, dass diese Erfahrungen darauf zurückzuführen sind, am Grund des Seins als Gegenstand festzuhalten.

Dann verblassten all meine früheren Fixierungen natürlich, und ich ruhte mich in der großen, spontanen Weite des ursprünglich reinen Grundes
des Seins aus. Alles, was als seine schöpferischen Ausdrucksformen entstand, entließ sich in seinem eigenen Raum. Diese wesentliche Natur—
zusammen mit ihren schöpferischen Ausdrucksformen, frei von Veränderung, Gegengift, Meditation, Gedächtnis, Festhalten und Identifikation—
wird als Pfad der reinen Achtsamkeit bezeichnet. Zu dieser Zeit, bei Abwesenheit geistiger Aktivität, erkenne die ultimativen Realitäten. Wenn
Hoffnungen, Ängste, Verneinung und Bestätigung in absolute Leere auflösen, erkenne das selbst-entstehende primordiale Bewusstsein. Ohne
Suche erkenne die spontan actualisierte wesentliche Natur der Realität und die Modus des Seins des großen Dharmakāya, frei von allen Extremen,
Parteilichkeit, Hin- und Hergehen.

Wie die Sonne, die am Himmel aufsteigt, frei von Verunreinigungen, bewusstes Primäres, reine Achtsamkeit, in der Natur ihres eigenen nicht
veränderten, selbst-entstehenden Grundes erwacht, und alle Erscheinungen ihrer schöpferischen Ausdrucksformen sich freigeben, ohne in irgen-
deiner Weise verändert oder transformiert zu werden. Eine solche natürliche Befreiung wird [477] durch die Analogie der Nicht-Dualität von Sonne
und Strahlen veranschaulicht. Der Träger, als wesentliche Natur des Geistes, ist Dunkelheit wie die Nacht; Gedanken entstehen als dualistisches

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Festhalten amErfassenden und dem Erfassenen; und die enge Identifikation mit Freude und Leid ist wie die Reifikation eines Traums als wirklich
existent.

Es ist in der wesentlichen Natur des Himmels nicht vorgesehen, sich im Laufe von Tag und Nacht zu verändern, aber seine manifestierte Natur
wird durch die Sonne beeinflusst. Ebenso ändert sich die grundsätzliche Natur des Geistes nicht, aber es wird eine Unterscheidung zwischen
reiner Achtsamkeit und dem Geist gemacht, basierend auf dem Unterschied zwischen primordialem Bewusstsein und Unwissenheit. Der Grund
ist die Grundlage, von der alles Saṃsāra und Nirvāṇa entsteht, genauso wie ein Spiegel alle Arten von Spiegelungen erscheinen lässt.

Auf der einen Seite besteht alles Saṃsāra und Nirvāṇa aus schöpferischen Ausdrucksformen des Grundes, die in ihrer eigenen wesentlichen
Natur primordially perfect sind. Auf der anderen Seite denke ich, dass es widersprüchlich ist, dass diese Schöpfungen—



Wenn du auf dem Weg bist, beschäftige dich nicht einmal im Geringsten mit einer intellektuellen Untersuchung der bloßen Natur der Existenz. Ohne jegliche Untersuchung, Analyse, meditative Praxis, Veränderung oder Modifikation, entspanne dich in deinem eigenen Wesen. Indem du dort locker und vollständig ruhst, werden Erscheinungen kreativer Ausdrucksformen natürlich hervortreten und sich selbst befreien. Dies nennt man Erleuchtung durch ursprüngliches Bewusstsein des Antlitzes der Großen Vollkommenheit von Saṃsāra und Nirvāṇa.

Alle Modifikation, Veränderung, Hoffnung, Furcht, Zweifel, Verneinung, Bejahung, Festhalten, Anstrengung, Untersuchung und Analyse werden vom Intellekt zugeschrieben, und der Intellekt ist nicht das Letzte. Das Letzte transzendiert den Intellekt, daher musst du diesen entscheidenden Punkt wissen. Wenn du völlig zur Ruhe gekommen bist, kannst du in Irrtum verfallen, und während du im Aspekt der Leerheit verweilst, können Gedanken verborgen werden, jenseits des Bereichs der kreativen Ausdrucksformen des reinen Gewahrseins. In diesem Fall sage ich, dass Gedanken im Grenzbereich zwischen Geist und reinem Gewahrsein ethisch neutral werden. Nicht von der Natur der Existenz der Großen Vollkommenheit von Saṃsāra und Nirvāṇa abzuweichen, ist ein erhabener und äußerst entscheidender Punkt. Damit werden alle Götter und Dämonen und ganz Saṃsāra und Nirvāṇa in sich selbst befreit, ohne Unterscheidung von Gut und Böse.

Beim Erlöschen in die höchsteWirklichkeit lösen sich all diese Erscheinungen in ihre eigene innere Leuchtkraft auf – wie das Vergehen illusorischer Erscheinungen oder der Mond, der im leeren Himmel im Raum verschwindet – und es ist, als ob das kristallklare Licht des ungetrübten ursprünglichen Bewusstseins in sich selbst versinkt. Aus deiner eigenen Perspektive sind Aktivitäten zumWohle anderer mühelos. Der Glanz aus
dem inneren Strahlen der Weite manifestiert sich als die natürlich ungehinderten fünf Kāyas und fünf Buddha-Felder, und aus ihnen entstehen die kreativen Ausdrucksformen der mitfühlenden Nirmāṇakāyas als selbstentstehende Lehrer, die die eigenen Wahrnehmungen der Schüler sind.

Da ich weder den Schatz des Hörens und Nachdenkens betreten noch auch nur einem erhabenen spirituellen Mentor gedient habe, bin ich nicht geübt im Verfassen, also seid bitte nicht enttäuscht von mir!

He, he!

In ursprünglich reiner absoluter Raum, frei von Extremen, in der spontan actualisierten Darstellung des Palastes des klaren Lichts, aus der Natur von nicht-dualem Glück und Leere, die angeborenen Verkörperungen reiner Bewusstheit, Padmasambhava und Prahevajra, sind nicht geistig projiziert, sondern sind das Gesicht der Natur der Existenz selbst. Aus einem Zustand der Nichtanstrengung begegne ich ihnen natürlich und empfange das Erbe des Schatzes der Erweiterung der ultimativen Realität. Verwechseln Sie diese praktischen Anweisungen nicht mit fantastischen Liedern, die auf dem Marktplatz gesungen werden! Verderben Sie sich nicht, um andere zu töten. Das menschliche Leben ist wie die schmelzende Sonne bei der Dämmerung, also verzichten Sie darauf, Täuschungsakte zu begehen, die Sie und andere ruinieren. Die Vermehrung wissenschaftlicher Akt der Gelehrtheit, die Listen und Berechnungen umfasst [489], ist der Schwelle von Stolz, Eigensinn und falschen Ansichten. Entweder weil die Erreichung von Befreiung innerhalb Ihres eigenen Geiststroms erfolgt oder weil die Wurzel aller Dharma aus Ihrem eigenen Geiststrom stammt, wird dies natürlich nach Ihrer spirituellen Reife auch anderen Nutzen bringen. Sobald wir unsere eigenen törichten Geistströme untersucht haben, hoffen wir nicht, dass unser Wassertropfen in der Lage sein wird, Erleichterung zu verschaffen. andere. Wenn wir die fünf Gifte, die Anhaftungen und die Widerstände unserer eigenen Geistströme beobachten, hoffen wir nicht, dass unsere
zusammengesetzten Toxine heilende Mittel sind, um andere zu schützen.

Hey, hey!



das ist unsere „Große Vollkommenheit“!
Im unveränderlichen, allgegenwärtigen Reich von Glückseligkeit und Leere

• erhebt sich die Gesamtheit der Darstellungen der weiten, allumfassenden Weite,

• wo die Sonne des klaren Lichts ohne Untergang aufgeht.

• In einer unverwundbaren Festung, einem spontan actualisierten Palast,

• dies alter, nutzlose Mann, als Erscheinung reiner Erkenntnis der ultimativen Realität,

• behält seinen Standpunkt auf einem unerschütterlichen Thron

• aus untrennbaren geschickten Mitteln und Weisheit, ruhend auf den Leichen geistiger Beeinträchtigungen.

• Ich verstehe es nicht aufgrund von Erklärungen, noch erkenne ich es aufgrund von Lehren.

• Mein Lehrer ist der am See Geborene Vajra,

• der mir einen kostbaren Schatz des Erbes der Sichtlinienüberlieferung schenkte,

• welches keine Darstellungen oder Listen von Grundlagen und Pfaden hat.

• Ich nehme die wesentliche Natur als Weg – das ist mein väterliches Dharma.

• Ich bin nicht gebunden an die Verdinglichung von Visualisierungen, Rezitationen, Verehrung und Errungenschaften,

• denn mein Weg ist einer von Nichtmeditation, Nichtverehrung und Nichterfolg.

• Meine eigene Grundlage, jenseits des Intellekts, ist unendlich, ohne Grenzen,

• ohne Gegenmittel, Modifikationen, Änderungen oder intellektuelle Zuschreibungen, und

• unverunreinigt durch irgendetwas zu beobachten [491], zu pflegen oder zu untersuchen.

• In Offenheit freisetzen – unstrukturiert, ohne Herstellung oder referenziertes Objekt,

• im Yoga der Untätigkeit, das Gute und Schlechte, Hoffnung und Furcht, Ablehnung und Akzeptanz überwindend—





Existenz.


Es gab eine weite Klarheit, ohne dass etwas zu tun war.

• In dem selbstentstehenden Weite des ursprünglich vorhandenen primalen Bewusstseins,

• indem man sich in die unveränderte Natur der losgelassenen Befreiung verwandelt,

• Die Knoten des dualistischen Festhaltens wurden direkt aufgelöst.

• Sobald Samsāra und Nirvāṇa als Dharmakāya gereinigt wurden,

Die Bande von Samsāra und Nirvāṇa wurden aus meinem Herzen geschnitten.

• Als die Dunkelheit der Unachtsamkeit in reines Bewusstsein verschwand,

• Der Pfahl der Anhaftung und des Festhaltens wurde von seinem Grund herausgerissen.

• Im Leib der ungehemmten Offenheit die wesentliche Natur von Nicht-Objektivität,

• Zerstreute und verjagte Identifikation mit Hoffnungen und Ängsten, Freuden und Sorgen.

• Im absoluten Raum der Leere die Weisheit der Identitätslosigkeit

• Zerstreute und vertilgten in Vergessenheit die Fesseln des Selbst-Anhaftens.

• Wie die weite Sicht von Samantabhadra mühelos hervorsprudelte,

• So sprang ich in den Zustand eines spontan verwirklichten Vidyādharas.

• Möge alle fühlenden Wesen im ganzen Raum, die mich sehen, hören, sich erinnern oder berühren,

auf ihre eigene wesentliche Natur als selbstentstehende Kāyas reinen Bewusstseins stoßen,

und definitiv in die Ausdehnung von Samantabhadra gelangen!

Als Antwort auf die ernsthafte Bitte des erhabenen Gurus Sönam Palden, Verwandter von Dodrub Rinpoché [492], der törichte Idiot Sakutsipa
Düdjom



Dorjé Trolö Tsal sprach dieses törichte Dharma eines Idioten, der in Schlamm und Federn gekleidet ist.

Svasti
• 1. Diese gut gewährte, einzigartige, ultimative Lehre über das wesentliche Kernstück von der Sicht von Samantabhadra, dem Wesen

von Kernanweisungen bezüglich des mühelosen, höchsten yāna, dem Ati Great Perfection, dem ursprünglichen Bewusstsein des
Dharmakāya, wurde offen in deine Hände gelegt.

• 2. Um die feinen, prätentiösen Blasen der intellektuell konstruierten Meditationen der Narren zu zerplatzen, ergreife diese allgenügende,
goldene Nadel der Kernanweisungen und lasse die Ausarbeitung einer Vielzahl von Praktiken beiseite. O glückliche Versammlung,
kommt auf den Boden der ursprünglichen Befreiung!

• 3. Zu diesem Zweck öffneten der König und die Königin von Sikkim, von göttlicher Abstammung, versuchten, öffneten die unver-
schlossene Tür zu einem Festmahl heiliger Relikte von Kernlehren. Du, der du Befreiung suchst, komm zu deinem Anteil am Nektar,
der das Elend vertreibt!

• 4. Durch die Kraft unbestechlicher Verdienste mögen alle Wesen Gefäße werden, für die tiefe und geheime Große Vollkommenheit,
und nachdem die Tiefen von saṃsāra im Weitenbereich der Auslöschung in die letztendliche Realität geborgen wurden, möge die
ganze Welt den gleichen Geschmack der großen Glückseligkeit von Samantabhadra erleben!

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Um den Wunsch eines reinen Praktizierenden zu erfüllen [493], sprach Jigdral Yeshé Dorjé diese Verse für eine spätere Ausgabe des Textes.
Möge dies dazu dienen, dass diese kostbare Lehre des Geistes von Samantabhadra so beständig und allgegenwärtig ist wie der Raum.

Sarva maṅgalam!